Digges Hallo!
Dein Vorschlag ist wirklich gut, 'ne extra Section
aufzumachen. Denn ich glaube auch, dass sich viele Surfer bei
der harten Gangart nicht trauen, irgendwelche Fragen zu
stellen. Dabei war das eigentlich nicht so gedacht...
Okay, nun aber zu
Deiner Frage. Dann mach' ich am Besten erstmal 'ne kurze
Begriffserklärung für Mischpulte.
Kanalzug:
Ein kompletter
Eingang mit allem drum und dran. Besteht meist in der
Reihenfolge aus:
Aufholverstärker
mit Phantomspeisung (Mic-Preamp)
Direct
Out
Insert
Klangregelung
(EQ)
Monitor-Sends
Fader
AUX-Sends
Panoramaregler
Danach
geht das Signal dann auf die Mastersection bzw. die
Subgruppen.
Mastersection:
Der
Teil vom Mischpult, der eigentlich mischt. Hier werden alle
Signale aus den Kanalzügen zusammengefasst und auf die
Ausgänge geschickt. Weiterhin befindet sich in der
Mastersection normalerweise auch die ganze Mischeinheit für
die Effekt-Send- und die Monitor-Send-Geschichte. Komme ich
noch drauf. Talkbackmikro und Abhör-Wahlschalter sind auch
hier zu finden.
Subgruppen:
Das
sind einzelne Züge (meist in MONO), auf die die Signale der
Kanalzüge individuell geroutet werden können. Z.B. um
Mehrspurmaschinen anzuschliessen und Submixes zu machen.
Beispiel: Ihr nehmt ein Drumset mit 5 Toms auf, habt aber nur
noch eine Stereospur im Sequencer oder in der Hardware frei.
Also kann man die fünf Signale über eine Schaltermatrix auf
eine Stereo-Subgruppe routen, um dort einen Stereo-Mixdown zu
machen. Die Subgruppen haben dann wieder Ausgänge, genauso wie
die Master-Section. Ausserdem lassen sich die Subgruppen
wiederum auf dem Master routen, um die Submischung auch
abzuhören.
Aufholverstärker:
Ein
kleiner Amp, der die Signale von Mikrofonen etc. auf einen
vernünftigen Pegel bringt, bzw. bei Line-Signalen werden die
Innenwiederstände angepasst.
Direct
Out:
Ausgang, an dem das anliegende Signal direkt
mit Line-Pegel abgegriffen werden kann, um die Signale direkt
auf eine Mehrspurmaschine schicken zu können. Das Signal ist
aber wirklich ausschliesslich angepasst und
vorverstärkt.
Insert:
Möglichkeit,
externe Geräte direkt in den Kanalzug einzuschleifen, z.B.
Gates, Kompressoren, Equalizer etc... Ist normalerweise eine
stereo-Klinkenbuchse, wobei "Tip" der Send ist, "Ring" der
Return und "Sleeve" die
Masse.
Klangregelung:
Klar, der
Equalizer. In günstigen Geräten feste Frequenzen, bei
höherwertigen Kisten dann doch parametrisch (Frequenzen
einstellbar, möglichst auch die
Flankensteilheit)
Sends:
Egal, ob FX-, AUX-,
Monitor-, Effect-Send, das sind alles Ausspielwege. Entweder,
um Effektgeräte anzusteuern, oder um einen Monitor-Mix zu
erstellen (z.B. auf der Bühne für die Monitoranlage oder im
Studio für die Kopfhörer) wobei wichtig ist, was für ein Send
es ist. Pre- oder Postfader. Prefader heisst, dass das Signal
VOR dem Fader abgegriffen wird, Postfader wird nach dem Fader
abgegriffen. Und wofür? Wenn ich ein Hallgerät ansteuern will,
bestimmt der AUX- oder FX-Regler die Lautstärke des
Hallsignals, da ich ja das Signal, was zum Hall geht, anhebe
oder absenke. Mache ich jetzt aber am Fader den ganzen
Kanalzug leiser und ich würde das Signal VOR dem Fader
abgreifen, würde jetzt zwar das Originalsignal leiser werden,
nicht aber die Hallfahne. Deswegen sind FX-, Effect- und
AUX-Sends POSTfader. Monitor-Ausspielwege hingegen sind
PREfader, da ich ja, wenn ich Live auf der Bühne den Bass
leiser machen muss, NICHT die Monitoranlage beeinflussen will.
Fader:
Lautstärkeregler,
meist in Schieberegler-Ausführung. Gibt's auch als Motorfader,
dann kann das Pult genau die eingegebenen Reglerbewegungen
abfahren. Aber erst ab 350.000 aufwärts
Pan:
Panoramaregler. Da ich
ja meist Mono-Signale auf Stereo-Kanäle mischen will, sind es
PANORAMA-Regler, da ich im Prinzip ein Signal auf zwei
aufteile. Bei Stereo-Kanalzügen heisst dieser Regler
BALANCE-Regler, da ich ja dort die Balance im Stereobild
beeinflusse, nicht das Panorama.
Jetzt noch ein paar spezielle
Dinge:
Locut, Hipass,
Lowcut:
Trittschallfilter. Kann nur ein und
ausgeschaltet werden. Meist bei 75, 80 oder 100 Hz, sehr
Steilflankiges Filter, um Trittschallgeräusche zu filtern oder
dem Nahbesprechungseffekt bei Micros
entgegenzuarbeiten.
Phase,
Phaseinvert:
Phasendrehung. Wichtig für diverse
Mikrofonaufstellungen (vgl.
Stereomikrofonie)
Phantomspeisung:
Viele Micros
(Kondensatorkapseln) brauchen eine Spannungsversorgung. Im
Idealfall 48 V, in semiprofessionellen Geräten 12 V, wobei man
dann die Aufnahmen mit einem Neumann vergessen kann
Pad:
Grob umschrieben:
Dämpfung um 20 dB, um Spannungsspitzen in Kondensatorkapseln
abzufangen
Line:
Um den Eingang und den
Preamp zwischen der Line- und der XLR-Buchse und den
entsprechenden Pegeln umzuschalten.
Solo:
Schaltet den Kanal in
den SOLO-Mode, wobe einfach alle anderen Kanäle gemuted
werden.
PFL:
Prefade-Listen, hört
ausschliesslich die Eingangssektion des Kanals ab, um zu
hören, woher eventuelle Übersteuerungen rühren. Ausserdem wird
meist eine Pegelanzeige des Pults dann ausschliesslich als
Anzeige für den Preamp des Kanals benutzt, um zu sehen, ob der
Eingang schon übersteuert.
Ach, und natürlich der
Gain-Regler.
Das ist der Eingangs-Empfindlichkeits-Regler, um ebendiese
Übersteuerungen Eingangsseitig abzufangen.
Okay, nun aber nochmal Dein Problem...
Gibt in Deinem Falle zwei Lösungen. Entweder nutzt Du Deine "Subgruppen", also ALT 3+4, bzw. Regler 29. Das bekommst Du hin, indem Du die gewünschten Kanäle mit den Schaltern 16 vom Master-Out 'runternimmst und auf ALT 3+4 schickst. Ich denke, mit 27, 28, 29 kannst Du das Signal aber trotzdem von ALT 3+4 auf den Master durchrouten, um's zu hören. Wenn Du jetzt Deinen Rechner an ALT 3+4 anschliesst (54) und Deine Anlage an den Master (53), kannst Du immer alles hören und völlig unabhängig jede beliebige Spur (oder auch mehrere) aufnehmen.
Zweite Möglichkeit: Du schliesst die Eingänge des Rechners an irgendwelche AUX-Wege an, die Du möglichst PRE-Fader schalten kannst. So kannst Du in jedem Kanalzug, der das Signal auf die monitore schicken kann, das Signal abgreifen und unabhängig vom Master in den PC jagen.
Okay, viele Grüsse, boom.