Jo, auch hier mal'n Eröffnungsworkshop zur Feier des
Tages
Geht um
Compressoren allgemein, speziellere Dinge einfach
anfragen...
O.K.! 'n Compresor ist ein Gerät (oder
Plugin) zur Dynamikbearbeitung. Häufigster Einsatz: Vocals! Da
die menschliche Stimme dermassen gross in ihrer Dynamik ist,
hat man bei der heutigen Musik Probs, sie in den Vordergrund
zu bekommen. Auch wenn ein Sänger sehr laut singt, hat er bei
vielen Konsonanten fette Einbrüche in seiner Lautstärkekurve.
Mischen wir den Sänger also so ab, dass er mit seinen ganzen
lauten Passagen schön "In der Musik" liegt, wird mindestens
ein Drittel des Textes von anderen Signale
überdeckt!!
Um das zu umgehen gibt's Compressoren.
Diese Geräte vermindern ab einem bestimmten Pegel diesen um
einen bestimmten Wert. Damit werden alle lauten Stellen
leiser. Den Faktor, um den also nun die lauten Stellen leiser
werden, kann ich nach dem Regelvorgang wieder anheben, und
somit bekomme ich die leisen Stellen laut. Klingt verwirrend,
isses aber nicht
Um das mal zu
verdeutlichen - hier ein Diagram:
Unten
steht der Eingangspegel und links der Ausgangspegel.
Eingestellt ist ein "Threshold" von -30 dB, das heisst, erst
ab diesem Pegel fängt der Comp überhaupt an zu arbeiten,
darunter lässt er alle Signale ungehindert
passieren.
Desweiteren steht die "Ratio" auf 4:1, was
bedeutet, das alle Signale über -30 dB um den Faktor 4
vermindert werden. Die graue diagonale Linie soll
verdeutlichen, wie die Kennlinie bei Ratio 1:1 aussehen
würde.
Rechenexempel: Wir haben bei unserer
Einstellung einen Eingangspegel von -34 dB. Was kommt hinten
'raus??

Genau,
-31 dB! Why?? Wir liegen mit -34 dB genau 4 dB über dem
Threshold. Das ist der Pegel, der überhaupt bearbeitet wird.
Und diese 4 dB werden jetzt um den Faktor 4:1 verkleinert. 4
geteilt durch 4 gleich 1 - Folglich bleiben noch -31 dB
über.
Wir haben also gerade 3 dB gewonnen, und um
die können wir das Signal mit dem "Makeup" Regler wieder
anheben.
Die Kennlinie zeigt übrigens einen
"Softknee"-Comp, das heisst, dass bei -30 dB kein harter
Regelvorgang einsetzt, sondern die Kennlinie in dem Bereich
des Thresholds ein wenig "begradigt"
wird.
Weiterhin gibt's an 'nem Comp noch die
Einstellungen "Attack" und "Release". Das sind Einstellungen
für dei Regelzeiten des Comp's. Attack gibt an, wieviele
Millisekunden das Signal den Threshold überschreiten muss,
damit der Comp regelt, und Release gibt an, wielange der Pegel
wieder unter den Threshold fallen muss, damit der Regelvorgang
wieder auf 1:1 zurückgestellt wird.
Beispiel: Ihr
wollt eine komplette Drumspur komprimieren um sie lauter zu
bekommen. Bei einer ausreichend grossen Kompression ist aber
der Kick der Bassdrum weg. Klar, hat ja auch die meisste
Energie, das Signal. Also einfach den Attackregler aufdrehen,
um die ersten Millisekunden (den Kick nämlich) durchzulassen
und dann erst komprimieren zu lassen.
Beispiel2:
Ihr komprimiert den Sänger, aber irgendwie fängt das Signal an
zu "pumpen", heisst Ihr hört den Regelvorgang deutlich heraus.
Einfach die Release-Zeit ein bissel verlängern, um den
Regelvorgang gleichmässiger zu gestalten, bzw. verkürzen,
damit nicht die leisen Stellen nach den Lauten auch mit
wegkomprimiert werden. Genau hinhören, woran's liegt, dass man
den Regelvorgang hört!!
Oki! komprimiert Euch die Boxen warm, Gruss, boom
