Aufgrund
ewiger Nachfragen auf anderen Boards mache ich dann jetzt
mal'n Workshop zum Thema
AUDIO-RESTAURATION
Jo,
dazu klären wir doch erstmal, was unser Problem ist. Naja, und
um das zu raffen, schauen wir uns die beiden analogen
Verfahren zur Schallspeicherung mal genauer an.

Das
Magnettonverfahren nutzt das Induktionsgesetz aus.
(Physik 7. Klasse

) D.H., dass ein
Stromdurchflossener Leiter ein Magnetfeld erzeugt. Wenn man
jetzt ein Magnetisierbaren Stoff in das Magnetfeld hält,
richten sich die Moleküle nach dem Magnetfeld des Leiters aus.
Diese Magnetisierung bleibt auch nach entfernen des
Magnetfeldes bestehen. Führe ich jetzt diesen magnetisierten
Stoff wieder an einem Leiter vorbei, erzeugt er wiederum eine
Spannung in besagtem Leiter. Schauen wir uns mal verschiedene
Feldlinien von verschiedenen Leitern an.
Bei
der Spule im Ringformat verlaufen die Feldlinien nur noch
innerhalb des Rings. Damit könnte man noch nix anfangen.
Versieht man die Spule jetzt aber mit einem kleinen Spalt, so
entsteht in ihm eine besonders hohe Feldstärke. Das macht man
sich zunutze, um Magnetbänder zu polarisieren.
Da
sich Magnetfeld und Spannung nicht parallel linear verhalten
(sog. Hysteresisschleife), muss das Nutzsignal mit Hilfe einer
Vorspannung in einen linearen Bereich gebracht werden. Früher
hat man das Band einfach mit einer Gleichspannung
"vorgespannt", dabei traten aber erhebliche Verzerrungen und
Rauschen auf (gerade mal 40 dB S/N). Deshalb entwickelte man
eine Vorspannung mit Hilfe einer extrem hochfrequenten
Spannung, die vom Tonkopf aufgrund des Spaltes nicht mehr
abgetastet wird. Zum Abgleich dieser Spannung dient der
"BIAS"-Regler an manchen Tapedecks. Erhöht man die Spannung,
so sinkt zwar der Klirrfaktor, aber auch die Aussteuerbarkeit
im Bereich 16 kHz (brilliante Höhen) nimmt rapide ab.
Umgekehrt nat dasselbe

Also ist die
Vorspannung immer ein Kompromiss zwischen Verzerrungen und
Brillianz. Okay. Soviel zur Aufnahme. Ist auch nicht sooo
relevant...
Jetzt wird's interessanter, jetzt
geht's um die Wiedergabe. dabei führt man nun das schon
magnetisierte Band am Tonkopf vorbei. Die Magnetisierung des
Bandes erzeugt jetzt ein Magnetfeld im Tonkopf. Dieser muss
echt supergenau justiert sein, sonst gibt's hier schon die
ersten Probleme. Wenn der Tonkopf abgenutzt ist, so
vergrössert sich der Spalt in der Spule, wodurch eine
Absenkung des Höhenbereiches entsteht, da der Kopf Frequenzen
über einem bestimmten Wert nicht mehr "lesen" kann. Ist der
Tonkopf verunreinigt, hat das Band einen zu grossen Abstand
zum Tonkopf, was Verzerrungen, Mumpf und Pegelabfall zur Folge
hat. Steht der Tonkopf nicht sekrecht zum Band, wie in
folgender Abbildung, so bekommt man die allergrössten
Probleme.

Wie
man sieht, vergrössert sich der effektive Kopfspalt um
einiges, somit sind Höhenverluste vorprogrammiert. Ausserdem
wird ein Kanal im Verhältniss zum anderen ein wenig verzögert
ausgelesen, damit verschiebt man nicht nur das Stereobild, man
erhält auch eklige Kammfiltereffekte, wie sie bei einem Phaser
oder Flanger auftreten.
Tenor der ganzen
Geschichte: Macht das Tapedeck ordentlich sauber und gleicht
den Tonkopf vorher ab! Da wohl kaum einer ein 2-Kanal
Speicheroszilloskop und 'n Testband zuhause hat, macht's
einfach nach Gehör. Dazu 'n Referenztape nehmen, was auf einem
100% guten Gerät aufgenommen wurde und dann mit Hilfe der
Einstellschraube (ganz kleiner Kreuzschlitz, normalerweise ist
ein kleines Loch in der Frontklappe, wenn nicht im Normalfall
die Tapeklappe nach oben von der Halterung abziehen) in Bezug
auf Höhenbereich und Phasenschweinereien abgleichen. Erst
danach lohnt sich eine Überspielung von Audiomaterial auf
HD.
Welche Rauschunterdrückung bei der Aufnahme
verwendet wurde, ist unerlässlich zu wissen. Dolby und Dolby B
fügen der Aufnahme einen bestimmten Höhenbereich hinzu, der
bei der Wiedergabe wieder 'rausgefiltert wird. Dolby C und SR
und andere Systeme arbeiten Dynamisch. Die Filter
funktionieren ähnlich, aber immer nur dann, wenn auch Rauschen
auftreten könnte. Gibt man eine solche Aufnahme ohne Dolby
wieder, schwankt das Signal ständig unglaublich im
Höhenbereich. Genauso schwankt das Signal auch, wenn man eine
normale Aufnahme in der Position Dolby C
wiedergibt.
Andere Probleme rühren von altem oder
defektem Bandmaterial her. Z.B. gibt es den Kopiereffekt.
Dabei werden die magnetischen Moleküle einer Bandschicht auf
dem Wickel durch die direkt angrenzenden Bandschichten mit
deren Signal polarisiert. Das geschieht natürlich erst nach
langer Zeit und auch nur sehr schwach. Wer aber schonmal
Stimmen auf seinen Tonbandaufzeichnungen in der Musik gehört
hat, sollte das mal checken

Ausserdem können
ganze Stücke der Magnetschicht durch Alterung oder äussere
Einwirkung ganz abplatzen. Da muss natürlich ein normaler
Homecomputer passen. Möglich ist so eine "Reparatur" aber
trotzdem, ganz fette Rechner können aus dem umgebenden
Schwingungen das fehlende Stück generieren.

Mit
Nadeltonverfahren beschreibt man u.a. die normale
Schallplatte. Auf diesem Medium kann man die Daten in Form von
Rillen speichern, die dann mit einer Nadel wieder abgetastet
werden können. Dazu verwendet man eine Kombination aus
"Seiten-" und "Tiefenschrift". Bei dem einen Vorgang bewegt
sich der Schneidestichel zur Seite, beim anderen wird die
Rille in vertikaler Richtung ausgelenkt. Um die
Monokompatibilität zu gewährleisten, wird in der Seitenschrift
die Summe aus dem linken und dem rechten Kanal geschrieben und
die Tiefenschrift wird mit der Differenz aus links minus
rechts getrieben. Bei extrem lauten gegenphasigen Bassignalen
können dadurch aber richtige "Löcher" auftreten, was im
Masteringstudio UNBEDINGT beachtet werden muss, sonst ist die
Pressung im A#+~*. Andere Probleme bei dieser Art der
Schallspeicherung:
Bei zunehmender Frequenz muss
die Stichelschnelle erhöht werden, um die Rille in der Breite
voll auszunutzen. Klingen tut das wie eine extreme
Höhenanhebung. Das wird bei der Wiedergabe durch einen
Entzerrer-Vorverstärker wieder ausgeglichen.
Die
effektive Rillenlänge nimmt nach innen immer weiter ab. Das
hat zur Folge, dass die letzten Titel einer LP immer ein wenig
verzerrt und dumpfer klingen als die Ersten.
Bei zu
starken Höhen kann der Schneidestichel zerstört werden. daher
muss beim LP-Mastering auf eine extrem präzise Höhenwiedergabe
geachtet werden. So'n Stichel kostet nämlich RICHTIG Geld
Bei der
Wiedergabe ist auch wieder für eine möglichst neue Nadel zu
sorgen, da alte Abnehmer Verzerrungen und Höhenveluste
verursachen. Auch die Platte supersauber halten!! Das Ding mit
'ner klitschnassen Platte funktioniert tatsächlich, da das
Knistern elektrostatische Entladungen sind, die damit
ausgemerzt werden. Wie die Platte das übersteht, dafür
übernehme ich aber keine Garantie

Knacker in der
Platte rühren von Staubkörnchen her, über die die Nadel
"drüberspringen" muss, daher auch das tieffrequente Knacken.
Genauso Kratzer. da muss die Nadel "drüberhüpfen". Je kleiner
das Korn oder der Kratzer, umso hochfrequenter das Knacken.
Das Brummen entsteht meist durch falsche Erdung und ist ein
Netzbrummen von 50Hz. Rauschen, klar, die Nadel, der
Vorverstärker, die Platte selbst, falsche Anpassung der
Entzerrer, alles am Nadeltonverfahren rauscht

es ist aber ein
anderes Rauschen, als Bandrauschen. es ist dynamischer und
damit schwerer zu killen. Rumpeln entsteht durch Bewegungen
des Plattenspielerchassis und ist ein sehr tieffrequentes
Störsignal. Also schööööön saubere Platten unter 'ner schöööön
neuen und sauberen Nadel... Das Auflagegewicht so einstellen,
dass die Nadel gerade so ein wenig gestaucht wird. Alles
darunter würde Verzerrungen verursachen, da die Platte nicht
genau genug abgetastet würde, (Wie 'n Sportwagen mit weichem
Fahrgestell, der hat auch null Bodenkontakt), ausserdem ist
das Ding dann bei jeder Erschütterung am Springen. Alles
darüber ändert den Winkel der Nadel zu extrem, damit werden
bestimmte Bereiche nicht mehr vernünftig abgetastet. Ausserdem
wird die Platte mehr als nötig beschädigt. Wichtig ist auch
die Einstellung des Winkels des Systems zur Platte. Den
Fehlerwinkel soll die nächste Grafik
verdeutlichen.

Hier
sieht man schön den Unterschied zwischen dem Winkel innen und
aussen. Die müssen beide so senkrecht wie möglich sein. Ist
der "verdreht", treten unerwünschte Stereophonie- und
Panoramaprobleme auf. Gegen Rumpeln den Plattenspieler
möglichst schwingend mit der Umgebung
verbinden.
Gleichlaufschwankungen sind auch ätzend.
Dagegen am besten mit 'ner Flasche Nähmaschinenöl und Spiritus
für den Riemen vorgehen.
Und was sind das nun genau für
Störsignale?
Rauschen kann man sich als ein
Dauersignal auf allen denkbaren Frequenzen vorstellen. Dabei
ist weisses Rauschen im Pegel gleichmässig über dem gesamten
Frequenzbereich und rosa Rauschen fällt im Pegel pro Oktave
(Frequenzverdopplung) um den Faktor 0,7. Dieses Signal wurde
eingeführt, um das Rauschen ein wenig unserem Frequenzgang des
Ohres anzupassen. Weisses Rauschen klingt sehr Höhenlastig.
Rauschen entsteht überall, wo's um elektrische Leiter geht.
Vor allem Magnetband rauscht. Auch wenn alle polarisierbaren
Teilchen ausgerichtet sind, bleibt ein Bandrauschen übrig. Das
lässt meistens nicht mehr als 60 dB S/N zu. Ist das Rauschen
nur in einem geringen Frequenzbereich zu vernehmen, kann man
diesen einfach mit steilflankigen EQ's absenken. Meist
beeinflusst das aber das Nutzsignal viel zu stark. Besser
funktioniert da die Methode, dass die Geräte das Rauschsignal
anhand bekannter Strukturen identifizieren. Da es eine
konstante Energie darstellt, kann man es dann einfach vom
Nutzsignal abziehen. Manche Geräte lassen Filter zu, um einige
Frequenzbereiche unbearbeitet zu lassen. Diese Methode
arbeitet mehr oder weniger gut, manche Geräte liefern damit
erstaunliche Ergebnisse. Andere beeinflussen aber derart den
Klang, dass danach nur noch Mumpf übrigbleibt. Da hilft dann
nur noch die Fingerprint-Methode. Dabei versucht man, eine
möglichst lange Passage mit nur Störsignalen dem Gerät als
Fingerabdruck zu geben. Dieses Signal kann dann meist ohne
Probleme aus der Aufnahme entfernt
werden.
Knistern, Knacken und andere
Nervtöter: Wie gesagt, Knistern entsteht durch
elektrostatische Aufladungen des Vinyls. Ist ein
Hochfrequentes und sehr kurzes Signal mit extrem steilen
Flanken, was in geringeren Pegeln und richtig häufig auftritt.
Ist für Software echt nicht einfach zu erkennen, das
Störsignal! Knacken ist Tieffrequenter als Knistern und tritt
nicht so dermassen schnell hintereinander auf. Daher etwas
einfacher zu bearbeiten. Auch hier ziemlich steile Flanken,
aber meist hohe Pegel, daher gut zu Filtern. Ploppen ist noch
tiefer als Knacken und tritt bei sehr grobkörnigen
Verunreinigungen von Vinyl auf. Dadurch, dass es ein sehr
langes Signal mit nicht so steiler Flanke ist, ist es
schwierig, dieses Signal eindeutig zu erkennen. Software, die
das behebt, ändert auch oftmals das Einschwingverhalten sehr
perkussiver Instrumente. genau
hinhören!!
Brummen ist ein Netzbrummen, was
hier in Europa bei 50 Hz liegt. Nur diese Frequenz
steilflankig zu killen wäre sinnlos, da soviele Schweinereien
in der Netzspannung mit drin sind, dass sich viele Harmonische
auf den 50 Hz befinden. Wenn dann noch 'n Schaltnetzteil aus
den 50 Hz wasweissich nicht alles macht, können diese
Verzerrungen auch mal bis in den Mittenbereich gehen. Und das
mit 'nem ordentlichen Pegel. Doch auch dieses Signal ist eines
mit recht konstanter Energie und kann daher per Fingerprint
ganz gut gefiltert werden.
Verzerrungen sind
in den meisten Fällen kaum zu beheben. Es gibt einige Geräte,
die versprechen kurze, digitale Übersteuerungen ausgleichen zu
können, aber ob das so klappt... Analoge Verzerrungen, z.B.
durch Bandsättigung, spielen sich manchmal nur in bestimmten
Frequenzbereichen ab, manchmal sogar nur auf ganz bestimmten
Frequenzen. Da kann man dann mit dem Equalizer ein wenig
nachhelfen. Doch auch hier leidet das Nutzsignal natürlich
wieder...
So. Genug davon. Ist aber wichtig, damit
Ihr versteht, welche Schwierigkeiten überhaupt auftreten und
warum. Nach dem Text ist auf jeden Fall klar, was man VOR der
Aufnahme auf's HD-System beachten muss und wo welche Störungen
herkommen.
Okay. Wie rücken wir denen jetzt Zuleibe? wenn sie
erstmal als WAVE auf der HD liegen, am besten mit einer
Pluginfähigen Audiosuite. Sowas wie Wavelab. Oder Protools.
Oder was auch immer. Übrigens... WIN on CD 3.8 ist laut der
c't 'n Geheimtipp was Audiorestauration angeht. Das
Denoising-Modul soll irre gute Dienste
leisten!
Alles andere kann man natürlich nur mit
einer amtlichen Editiersoft machen. Als allererstes würde ich
nach einer Tapeaufnahme mal checken, ob irgendwo 'ne
Tonkopfbedingte Verzögerung auftritt. Das sieht man nat nur,
wenn man die Waveform auf max. Auflösung bringt, und sich dann
relevante Signale sucht, die eigentlich grundsätzlich in der
Mitte laufen. Sowas wie die Bassdrum, in 99% der Fälle auch
die Snare. Die ist aufgrund ihres Spektrums meist deutlich
präziser. Jau, und dann mal schauen, ob da
Phasenverschiebungen zwischen den Kanälen aufgetreten sind. In
dem Falle antesten, ob das Verzögern eines Kanals eine
Besserung bringt. Wie das geht, ist nat. von Programm zu
Programm verschieden. man kann's aber auch mit einem Plugin
mal testen, meist haben die Effekte aber nicht alle
erforderlichen Parameter, und die dann auch noch aufgelöst bis
in Microsekunden... daher: Handarbeit

wie immer, wenn's
amtlich werden soll...
Am
Besten nimmt man das Material mit möglichst langen
Rauschpassagen auf, um nachher viel Material für einen
Fingerprint zu haben. Damit sind wir auch beim Thema Plugins.
Gibt viele Plugz und Softwaren auf dem Markt, die das
bewerkstelligen. Da ich nicht so die grosse Auswahl habe, mit
der aber wirklich Glücklich bin, greife ich mal auf
Fachliteratur zurück und schreibe 'ne Auflistung aller
momentan gebräuchlichen Progz in einer Zusammenfassung auf.
Wer das genauer braucht, ich hab's aus der c't
01/2001.
| Algorithmix Sound
Laundry Stand-alone-Soft mit eigenen Plugins. 12
Plugs auf 10 Slots. Denoiser mit Fingerprint-Funktion,
aber auch "herkömmlich", liefert saubere Ergebnisse,
wenig Artefakte, nicht so gut bei perkussivem Material
(Drums, Piano, etc.), hat dafür aber einen Attack-Regler
(!!!), um Peaks unbearbeitet durchzulassen (wie geil!),
Decrackler hat drei Regler und macht damit einen
erfolgreichen Job. |
| Algorithmix
Sound Laundry compact Abgespeckte version, kein
Pluginsystem, sondern Denoiser/Decrackler, kein
Fingerprint, dafür aber "Profile", die man Downloaden
kann. (Bandrauschen, Brummen etc...) Keine
Attack-Funktion, nicht so fein zu justieren, reicht für
herkömmliche Restauration aus. |
Arboretum
RayGun DirectX, Premiere, VST, Audiosuite, unter
Windows auch Standalone, hat'n ziemlichen Verriss
gekriegt
reicht nur für leicht- bis normalverschmutztes Zeugz,
Denoiser, Deplopper, Entbrummer und Entrumpler. |
| Arboretum
Restauration NR DirectX-Plugin, Denoising-Modul,
Fingerprint-Funktion, Filter zum Ausgleich von
Höhenverlusten, ziemlich ordentliche Ergebnisse auch
ohne Fingerprint |
| Bias Peak
2.52 VST Für MAC only (offensichtlich),
Stand-alone, ziemlich schlecht. |
| Dartech Dart
Pro 98 Standalone-Soft mit Modulen, teilweise
nicht Echtzeitfähig *lol*, DeNoiser, DeClicker,
DeHisser, DeHummer, soll umständlich zu Bedienen sein
und sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern. Manches
Brummen wird gekillt, manches überhaupt nicht etc...
DeHisser verfärbt gern mal den Klang, DeClicker soll
ziemlich geil gegen Knistern sein. |
| DBS Diamond
Cut Millenium Standalone-Editier-Software, Zwölf
Algorithmen, Hall, Kompressor, Röhrensättigung,drei
verschiedene Denoiser, (herkömmlich, Fingerprint und
spezieller Sprachfilter z.B. für Telefonmitschnitte
etc...), der Fingerprint und der Sprachfilter sind wohl
sehr gut, Deklicker macht nicht genug, muss man öfter
anwenden. Decrackler ist wohl auch recht geil, weitere
Filter wie Fernsehsirren, Netzbrummen etc. |
| Ganymede Wave
Corrector Standalone, abgefahrene
Anzeigemöglichkeiten der Störsignale, mässige
Ergebnisse, Dehisser macht eher Mist als was besser,
keine Parameteränderung während Wiedergabe *gähn*,
Brennprogramm. |
| Magix Music
Cleaning Lab Standalone mit 7 festgelegten
Modulen plus ein weiteres DirecX-Plugin, DeNoiser,
DeClicker, DeCrackler, StereoFX, 10band-EQ, Kompressor,
unkomplizierte Bedienung, Fingerprint denoiser, der auch
Störsignal-Samples anlegen und lesen kann,
CD-Brennprog., MP3-Convert, einfache Editfunktionen,
keine 24bit, erstaunlich gute Ergebnisse, nur 50
DM's!!! |
| Prosoniq
SonicWORX 2 Power Bundle Mac, Standalone, VST,
MasteringFX, Denoiser, Decrackler, Deklicker, etc...
KEINE ECHTZEIT!! FX einrechnen lassen (dauert wohl auch
ewig lange!), anhören, ärgern, den einzigen Undoschritt
verwenden... *shredder* |
| Sonic Foundry
NR DirectX-Plugins, DeKlicker, DeCrackler,
DeNoiser, Clipped Peak Limiter
(digitale-Verzerrungen-Killer), Denoiser mit Attack- und
Releasefunktion (!), Klickläge einstellbar (!),
Fingerprint-Funktion, Frequenzgang des Denoisings mit
2048 Editierpunkten einstellbar (!!!!!), Ergebnisse
brauchbar bis gut, viel einzustellen, was die Dinger
flexibel aber eher schwierig macht. |
| Spectral
Design Deklicker DirectX-Plugin, geil zu
bedienen, meistens richtig gute Ergebnisse! |
| Spectral
Design DeNoiser DirectX-Plugin, kein
Fingerprint, trotzdem in vielen Fällen mein persönlicher
Favorit, geile Bedienung, klasse Ergebnisse! |
| Steinberg
Clean! Standalone-Software, Brennprog, einfache
Editierfunktionen, MP3 De/Encoder, DeNoiser, DeCrackler,
DeRumbler, DeClicker, Vari-Speed, Limiter, Stereospread,
Phasenkorrektur (!!oben besprochen!!) bei leichten
Verschmutzungen recht gut, alles, was etwas heftiger
ist, wird nix. |
| TC|Works
Spark XL Standalone, VST-Plugs, DeClicker,
DeNoiser, Fingerprint-Funktion, ziemlich geile
Ergebnisse, gut zu Bedienen, Ressourcenschleuder!!
|
| WinOnCD
3.8 hatte ich schonmal angesprochen, glaube ich. Primitivstes Zeug, was wirklich gute Ergebnisse liefern soll. DeNoiser (Fingerprint), DeKlicker, DeCrackler, EQ, einfache Editierfunktionen. |
Durch die Bearbeitung mit diesen Geräten kann der Höhenbereich leiden. Dagegen einfach mit 'nem Exciter oder Enhancer angehen. Die Dinger helfen auch bei Höhenverlusten durch alte Tapes und Bassarmut der Plattenspielernadel. Evtl. Änderungen an dem Frequenzgang per EQ sind danach angesagt. Bloss nicht zuviel, das hat mal irgendwann gut geklungen!!
danach würde ich alle Dateien normalisieren und per Limiter auf eine gleichmässige Lautheit bringen.
Die wirklich amtlichsten Ergebnisse bekommt Ihr, wenn Ihr die Dateien in zwei Mono-Dateien splittet, und jede für sich bearbeitet. Danach wieder zusammenfügen und staunen 
Bloss nicht eine Einstellung machen und glauben, der letzte Song auf der Scheibe knistert genauso wie der erste!! Hatten wir ja oben schon geklärt...
Nehmt mehrere Geräte des gleichen Typs mit jeweils anderen Einstellungen, um unterschiedliche Knackser, Klicker und Plopper zu filtern.
Kurz noch ein paar Begriffe an den Geräten:
Threshold ist der Pegel, ab dem ein Gerät überhaupt erst bearbeitet. Alles darunter wird ungehindert durchgelassen.
Attack ist die Zeit, die das Gerät braucht, um überhaupt zu registrieren, dass der Threshold überschritten ist (vgl. Kompressoren-Workshops)
Release ist die Zeit, die das Gerät braucht, um zu raffen, dass der Pegel unter den Threshold zurückgefallen ist (auf hier vgl. Kompressoren)
Ambience lässte bestimmte Pegel und Frequenzen unangetastet, um die "Durchsichtigkeit" einer Aufnahme zu erhalten
Ratio oder Reduction ist die Verminderung des Störsignals in dB
jau. das war's nun eigentlich. vielleicht noch ein paar beispiele... und zwar, dass es bei der Restauration nicht immer nur um alte Vinyl- oder Tapeaufnahmen geht, sondern auch um verpfuschtes aufgenommenes Material, schlechtes Studioequipment, miese Aufnahmesituationen, etc. Ein paar Beispiele:
Der
Micropreamp rauscht, wie'n Wasserfall. Der Sache wie jedem
Bandrauschen auch begegnen.
Das Micro produziert bei
Berührung kleine elektrostatische Entladungen, die als
Knistern wahrzunehmen sind. Klar, wie beim Plattenknistern,
Decrackler/Declicker und gut.
Die Klimaanlage in der
Kirche hat die Orgelaufnahme versaut. Schon schwieriger.
Konstantes Signal? Dann Noise-Reduction per Fingerprint. Das
Ding schaltet sich an und aus? Neu aufnehmen
Jau, wie ihr
seht, geht Audiorestauration mal wieder vieeel
weiter...
Viele Grüsse, boom.